Was haben wir verbrochen?

Was haben wir Unternehmer*innen und Beschäftigte in Deutschland verbrochen? Was haben wir den Politiker*innen angetan, dass wir seit einem Jahr unseren Beruf nicht oder nur stark eingeschränkt ausüben dürfen? Warum werden seit Monaten die meisten Branchen gegenüber dem Lebensmittelhandel so stark diskriminiert?

Offensichtlich sind wir für ein funktionierendes (Zusammen-)Leben nutz- und sinnlos (geworden).

Unsere Politiker*innen reden von Strategie und Plan, von Wellen und sich wöchentlich ändernden Zahlenspielen. Ich finde, wenn man eine Strategie verfolgen möchte, braucht man dafür einen Plan. Aber ich habe noch keinen Plan erkennen können, in der anscheinend vorhandenen Strategie. Die gebetsmühlenartig vorgetragenen Monologe von Söder&Co. mit den beinhaltenden Worten „durchhalten“, „vorsichtig“, „Inzidenz“, „notwendig“ und weiteren Worthülsen kann ich nicht mehr hören – und auch nicht mehr sehen.

Bei Edeka&Co tritt man sich gegenseitig auf die Füße. Dort erhalten wir auch Dinge, die wir eigentlich in den dafür vorgesehenen Geschäften kaufen würden, aber Nein, diese dürfen ja nicht öffnen. Denn nur dort entstehen die Ansteckungen – aber doch nicht im Lebensmittelhandel. Offensichtlich sind wenige Branchen in Deutschland gegen Covid immuner als der Rest.

Werbewirksam werden Hilfen für alle Betroffenen angekündigt, werden horrende Zahlen genannt, die zur Verfügung stehen – aber letztendlich kommen diese nicht dort an wo sie gebraucht werden und auch nicht in der Höhe, wie es sinnvoll wäre. Nur die ganz Großen erhalten Milliardenhilfen, denn die sind ja systemrelevant.

Daher nochmal meine Frage: Sind wir mittlerweile nutzlos geworden?

Wir, die Bürgerinnen und Bürger, können nichts dafür, wenn die Impfungen hierzulande nicht oder nur sehr schleppend vorangehen. Impfungen sind doch die einzige Möglichkeit, uns aus diesem Sumpf zu ziehen. Die ganzen politischen Verfehlungen der letzten Monate werden auf unserem Rücken ausgetragen, obwohl wir nichts, absolut nichts, dafürkönnen.

Nach wie vor werden einzelne Branchen bevorzugt behandelt, obwohl alle Branchen funktionierende Konzepte haben, um ihr Geschäft wenigstens halb am Laufen zu halten. Aber nein, es wird willkürlich entschieden, wer wann zu welchen (neuen) Bedingungen öffnen darf. Welche schlauen Köpfe sich diese Szenarien ausdenken weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es sich hier nur um Willkür handeln kann. Anders lassen sich die Bestimmungen nicht erklären.

Liebe Politiker*innen, es gibt Alternativen zu ihren Parteien.

Öffnen Sie unverzüglich alle Branchen mit den Vorgaben, die nach dem ersten Lockdown vorhanden waren: Abstand, Maske, Desinfizieren und schaffen Sie endlich so viel Impfstoff ran, dass Deutschland durchgeimpft werden kann (zumindest die, die möchten, und das sind viele). Auch Hotels, Gaststätten und unsere Kultur muss wieder öffnen dürfen, auch hier gibt es Konzepte. Sprechen Sie doch einfach mit den Personen, die es betrifft, und nicht mit denen, die in ihrer Lebensblase sitzen und Strategien für ganz Deutschland entwerfen.

Ein Leben mit Depression ist kaum möglich, ein Leben mit Konzept aber schon.

Ihr Uwe Krieger, GF Parkhaus Adlerstraße GmbH, Nürnberg

22.02.2021